KNE Expertisen

Die Arbeit des Kompetenznetzes wird durch die Veröffentlichung von Expertisen flankiert, in denen das vorhandene Wissen zur Bekämpfung von Einsamkeit von Fachexpert*innen gebündelt wird. Die Ergebnisse fließen in die Arbeitsformate des Netzwerks ein, bereiten die Forschung vor und bilden einen eigenständigen praxisqualifizierenden Publikationsstrang.

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Theoretische und Methodologische Grundlagen

Definitionen und Formen der Einsamkeit

Autorin: Prof. Dr. Maike Luhmann

Der Begriff „Einsamkeit“ ist in der deutschen Alltagssprache unscharf definiert und wird für unterschiedliche Phänomene verwendet. Für eine wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung mit dem Thema ist es daher notwendig, diesen Begriff klar zu definieren und von anderen, verwandten Konzepten abzugrenzen. Diese Expertise gibt zunächst einen Überblick über die in der heutigen sozialwissenschaftlichen Forschung am häufigsten verwendeten und nimmt eine Einordung der Begriffe Soziale Isolation und Alleinsein sowie bestimmter psychischer Krankheitsbilder vor. Mehr erfahren

Qualitative Methoden sind aus der Einsamkeitsforschung nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen einen flexiblen und niederschwelligen Zugang zu dem sensiblen, stigmatisierenden und häufig tabuisierten Thema. Betroffene gelten oftmals als vulnerabel und hard-to-reach. Doch qualitative Forschende bewegen sich offen im Forschungsfeld und können sich den jeweiligen Kontexten und Situationen anpassen, um Vertrauen zu schaffen und möglichst valide Antworten auf die Forschungsfragen zu bekommen. Das Potenzial liegt entsprechend in der Offenlegung neuer, bisher nicht bedachter Aspekte, in der Entwicklung theoretischer Modelle und im Tiefgang der Analyse. Die Befragung einer größeren Personenzahl oder repräsentative Aussagen sind damit nicht machbar. Mehr erfahren

Die quantitativ-empirische Forschung zu Einsamkeit begann ungefähr 1980. In dieser Zeit wurden die ersten validierten Fragebögen zur Erfassung von Einsamkeit publiziert und in ersten Studien verwendet (Perlman/Peplau 1981; Daniel Russell 1982). Seit dieser Zeit gab es zahlreiche Neuentwicklungen, Revisionen und Adaptionen von Messinstrumenten. Einerseits ermöglicht diese Vielzahl von nun existierenden Messverfahren eine für die entsprechende Forschungsfrage optimal angepasste Auswahl, andererseits könnte durch verschiedene Schwerpunktsetzung der einzelnen Instrumente das zu erfassende Konstrukt “Einsamkeit” verwässert bzw. unscharf definiert sein. Ziel der Expertise ist es aus vier Leitfragen konkrete Empfehlungen für ein langfristiges Monitoring von Einsamkeit in Deutschland abzuleiten. Mehr erfahren

Lebenslagenorientierte Expertisen

Epidemiologie von Einsamkeit in Deutschland

Autorin: Dr. Theresa Entringer

In dieser Expertise wird die Frage beantwortet, wie viele Menschen in Deutschland insgesamt von Einsamkeit betroffen sind und ob bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders von Einsamkeit betroffen sind. Hierfür werden die Einsamkeitsprävalenzen getrennt für verschiedene Stratifizierungsvariablen, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungsstatus, Einkommen und Migrationshintergrund dargestellt. Zudem werden Ursachen der Einsamkeit in bestimmten Bevölkerungsgruppen diskutiert und Implikationen und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Alle Analysen werden dabei im Zeitverlauf dargestellt, wodurch eine getrennte Betrachtung der Einsamkeitsprävalenzen vor der Covid-19 Pandemie und während der Covid-19 Pandemie möglich ist. Mehr erfahren

Einsamkeit und Armut

Prof. Dr. Jörg Dittmann &  Dr. Jan Goebel

Die Expertise erörtert den internationalen Forschungsstand zu Einsamkeit und Armut. Der Tenor dieser Studien ist eindeutig: Menschen, die von Armut betroffen sind, fühlen sich stärker einsam. Sie sind zudem häufiger sozial isoliert. Basierend auf diesen Erkenntnissen werden für Deutschland multivariate Analysen auf Datenbasis des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) für die Jahre 1985 bis 2020 durchgeführt. Die Längsschnittanalysen zeigen, dass die Einsamkeit mit der Armut ansteigt. Menschen, die arm wurden, kehren auch im Zeitverlauf oftmals nicht mehr auf das geringere Einsamkeitsniveau zurück, bevor sie arm wurden. Der Einsamkeit verursachende bzw. verstärkende Effekt von Armut kann durch die eigenen Analysen bestätigt werden. Mehr erfahren

In dieser Expertise wird das Vorkommen von Einsamkeit unter lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, queeren und inter* (LSBTQI*) Menschen im Vergleich zur cis heterosexuellen Mehrheit erörtert. Dabei werden theoretische Mechanismen auf gesellschaftlicher, zwischenmenschlicher und persönlicher Ebene betrachtet, welche Erklärungen für ein erhöhtes Vorkommen von Einsamkeit unter LSBTQI* Personen im Vergleich zur cis heterosexuellen Bevölkerung liefern können. Nachdem Vulnerabilitäts- und Resilienzfaktoren für Einsamkeit unter LSBTQI* Menschen identifiziert worden sind, werden aus diesen Handlungsempfehlungen für die Praxis sozialer Arbeit, Forschung und Politik abgeleitet. Mehr erfahren

Wie aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, spielen beim Einsamkeits- und Isolationserleben nicht nur Persönlichkeitsmerkmale (beispielsweise Alter, Gesundheit, Bildungsstand) eine entscheidende Rolle, sondern auch regionale Bedingungsfaktoren wie die infrastrukturelle Raumausstattung oder die Qualität des Wohnumfeldes. Vereinsamung kann neben persönlichen Gründen, jedoch auch durch einen Mangel an lokalen Begegnungsorten und Teilhabestrukturen ausgelöst werden. Mehr erfahren

Expertisen mit gesellschaftspolitischem Bezug

Gemäß der Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen das Vorhandensein zufriedenstellender sozialer Beziehungen und das soziale Wohlbefinden Determinanten von Gesundheit dar. In diesem Beitrag wird die Rolle sozialer Beziehungen für die psychische und physische Gesundheit basierend auf empirischer Forschung näher beleuchtet. Zudem werden die gesellschaftlichen Folgen von Einsamkeit beschrieben und Praxis-Hinweise bezüglich Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegeben. Mehr erfahren

Die These, dass chronische Einsamkeitserfahrungen (Vereinsamung) eine Bedrohung für die Stabilität liberaler Gesellschaftsordnungen darstellen kann, geht auf Hannah Arendt zurück. Diese vermutete in ihrem Standardwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, dass die Verbreitung tiefsitzender Einsamkeitsempfindungen ein Faktor unter anderen war, der der nationalsozialistischen Bewegung den Weg bereitet hatte. Die ‚Arendt’These‘ wurde auf unterschiedliche Weise in der empirischen Sozialforschung aufgegriffen. Besonders im Rahmen der Untersuchung sozialer Anomie (im Sinne der Erfahrung der Regel-, Gesetzes- oder Normlosigkeit), die an die Forschung Theodor Adornos zu autoritären Persönlichkeitseigenschaften anschloss, wurde ein Zusammenhang zwischen Vereinsamung und ethnozentrischen (‚rassistischen‘) Vorurteilen hergestellt. Mehr erfahren

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