18. Juni 2026 Caroline Mitschke
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Modellprojekt ``Mitmachen verbindet`` gegen Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen

Mitmachen verbindet – Gemeinschaft und Engagement gegen Einsamkeit

Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen – auch viele Kinder und Jugendliche fühlen sich isoliert oder allein. Studien zeigen: Rund 18 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erleben häufig Einsamkeit. Besonders betroffen sind junge Menschen mit zusätzlichen Belastungen, etwa durch Fluchterfahrungen, finanzielle Sorgen, Diskriminierung oder fehlende soziale Netzwerke.

Hier setzt das bundesweite Modellprojekt „Mitmachen verbindet“ der Malteser an. Der Malteser Hilfsdienst e.V. baut seit Anfang 2026 an 18 Standorten neue Angebote für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren auf. Unter anderem in Lübeck, Berlin, Essen und Memmingen werden ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt, ausgewertet und Handlungsempfehlungen für die Zukunft entwickelt. Gefördert wird das Projekt bis zum 31.12.2026 durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Konkrete Ausgestaltung und lokale Umsetzung

Die Angebote entstehen sowohl in städtischen als auch ländlichen Räumen und orientieren sich an den jeweiligen sozialen Bedingungen vor Ort. Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie in Kooperation mit Schulen, Vereinen, Jugendhilfe, Kommunen und weiteren lokalen Akteuren.

Im Mittelpunkt stehen bewusst analoge Angebote außerhalb von Schule und Elternhaus. Jugendliche sollen Orte finden, an denen sie ohne Leistungsdruck einfach sie selbst sein können. Persönliche Begegnungen, gemeinsames Erleben und echte Beziehungen stehen dabei im Vordergrund. Gleichzeitig schaffen die Angebote einen Gegenpol zum oft übermäßigen digitalen Medienkonsum.

Die konkreten Formate unterscheiden sich je nach Standort: Denkbar sind offene Treffpunkte, kreative Gruppen, Sport- und Freizeitangebote, gemeinsame Projekte oder Beteiligungsformate. Entscheidend ist, dass Jugendliche ihre Ideen einbringen und die Angebote aktiv mitgestalten können.

An den jeweiligen Projektstandorten laufen bereits zahlreiche Angebote. So zum Beispiel die Aktion „Made by Girls“ in Eichstätt. Sie bietet Mädchen der 6. bis 11. Klasse einen Safe Space, in dem sie gemeinsam kreativ werden können. An mehreren Terminen wird es bunt – Acrylmalerei, Batik und vieles mehr stehen auf dem Programm. Ein weiteres Angebot zum Töpfern bringt Jugendliche in Berlin zusammen. Gemeinsam in Teams können Jugendliche beim Quizabend in Borchen ihr Wissen unter Beweis stellen.. Weitere Formate wie Theaterspielen, Ferienangebote und ein Fotowettbewerb sind an den Standorten im Laufe des Jahres geplant und starten schon bald. Über die Erkenntnisse im Projekt wird Ende des Jahres berichtet.

Ziele, Wirkung und Nachhaltigkeit

Das Projekt möchte Einsamkeit nicht nur lindern, sondern auch Prävention stärken. Jugendliche sollen lernen, Gefühle wie Einsamkeit wahrzunehmen, darüber zu sprechen und Unterstützungsmöglichkeiten kennenzulernen. Gleichzeitig werden Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit und Resilienz gefördert. Wer erlebt, dass die eigene Stimme zählt und Gemeinschaft trägt, entwickelt mehr Vertrauen in sich und andere.

Gerade in der sensiblen Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein können Erfahrungen von Ausgrenzung oder Einsamkeit langfristige Folgen haben. Positive Gemeinschaftserfahrungen hingegen stärken Stabilität, Zuversicht und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Angebote werden im Tandem von Haupt- und Ehrenamtlichen aufgebaut. Langfristig sollen Ehrenamtliche mehr Verantwortung übernehmen – bis hin zu eigenständigen Leitungsstrukturen. Dadurch entstehen nachhaltige Angebote, die über die Projektlaufzeit hinaus wirken können.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Befragungen der Jugendlichen sowie der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sollen zeigen, welche Angebote wirksam sind und welche Bedarfe junge Menschen haben. So sollen Erkenntnisse entstehen, wie Einsamkeit bei Jugendlichen langfristig begegnet werden kann.

Bisherige Erfahrungen

Gleichzeitig bringt das Projekt Herausforderungen mit sich: Jugendliche überhaupt zu erreichen, Vertrauen aufzubauen oder attraktive analoge Angebote neben digitalen Medienwelten zu schaffen, erfordert Zeit und verlässliche Beziehungen. Auch die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse der Jugendlichen machen individuelle Zugänge notwendig.

Autorin:

Elena Oster
Senior Referentin Soziales Ehrenamt
Malteser Hilfsdienst e.V.
Bundeszentrale

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Kompetenznetz Einsamkeit am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. 

info (at) kompetenznetz-einsamkeit.de

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