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DOSB-Modellprojekt „Fit und verbunden gegen Einsamkeit“

Fit und verbunden gegen Einsamkeit: Lokale Allianzen mit dem Sport 

Eckdaten und Ziele der Maßnahme

Menschen aller Altersgruppen kennen Gefühle der Einsamkeit, wobei jene mit erschwerten sozialen Teilhabemöglichkeiten und Diskriminierungserfahrungen besonders häufig betroffen sind. Mit „Fit und verbunden gegen Einsamkeit“ (2025-2027) setzt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf die Potenziale des Sports, um Begegnungsräume für Menschen aller Altersgruppen mit erhöhten Einsamkeitsbelastungen, speziell Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, zu schaffen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Essenzieller Baustein ist die fachliche und finanzielle Förderung von sechs Teilprojekten (Laufzeit 07/2025-06/2027) zum Aufbau „lokaler Allianzen zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit“, die gemeinsam aktiv werden und Angebote schaffen, die über die reine Bewegung hinaus Verbundenheit und Gemeinschaften fördern. Das Vorhaben wird in ländlich geprägten als auch in urbanen Regionen erprobt:

  • Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, Iranische Gemeinde in Deutschland e. V.
  • Landkreis Bautzen, Kreissportbund Bautzen e. V.
  • Regensburg, Sportzentrum der Universität Regensburg
  • Region Kempten/Allgäu, Sozialdienst muslimischer Frauen Kempten e. V.
  • Region Wetzlar/Lahn-Dill-Kreis, Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e. V.
  • Gelsenkirchen, Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e. V.

Lokale Umsetzung

Ausgangspunkt war eine Qualifizierung der Teilprojektverantwortlichen zu den Themen Einsamkeit, niedrigschwellige Angebotsgestaltung und lokale Netzwerkarbeit. Beim Aufbau und der Pflege lokaler Allianzen orientierte sich das Projekt an einem 5-Schritte-Plan des Eéntegen Eenzaamheid- („Vereint gegen Einsamkeit“) Aktionsprogramms des niederländischen Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport. Mithilfe einer Stakeholderanalyse wurden relevante Akteur*innen (z. B. Sportvereine, Mehrgenerationenhäuser, Religionsgemeinschaften, Nachbarschaftstreffs, Migrant*innenselbstorganisationen) identifiziert und zu einer lokalen Konferenz eingeladen, die den Startpunkt der Zusammenarbeit bildete. Gemeinsam vor Ort analysierten die Akteur*innen Bedarfe, Zielgruppen und Zugangswege und entwickelten passgenaue Bewegungs- und Begegnungsangebote. Fortlaufende, regelmäßige Treffen ermöglichen eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Angebote und schaffen die Grundlage für langfristige Kooperationen. Koordiniert wird der gesamte Prozess durch die jeweilige hauptamtliche Teilprojektkoordination, die die Vernetzung vorantreibt, Aktivitäten koordiniert und die Umsetzung der Maßnahmen begleitet.

Nachhaltigkeit

Die Ergebnisse der externen Evaluation (Veröffentlichung Ende 2027) sollen Stakeholdern aus dem organisierten Sport, der Politik und Zivilgesellschaft dabei helfen, zu verstehen, welche Faktoren sich förderlich und hemmend auf die lokale Zusammenarbeit, Ansprache und Zielgruppenerreichung auswirken. Die bisherigen Zwischenergebnisse zeigen, dass die lokalen Allianzen neue Bewegungs- und Begegnungsangebote sowie ehrenamtliche Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen haben, die vielfältige Zielgruppen erreichen und positiv angenommen werden. Es wird beobachtet, dass durch die gemeinsamen Aktivitäten neue Kontakte entstehen und regelmäßige Teilnahmen wachsen. Marie Horlacher, Projektmitarbeiterin bei INVIA Regensburg e.V., die in Kooperation mit dem Sportzentrum der Universität Regensburg das Angebot „Self Defense & Coffee“ betreut, beschreibt es so:

„Es ist schön zu beobachten, wie aus anfänglichen Begegnungen gute Bekanntschaften entstehen. Viele Frauen tauschen Telefonnummern aus, treffen sich privat oder besuchen gemeinsam unsere Veranstaltungen. Genau das möchten wir (…) erreichen: Einen Ort schaffen, an dem aus Fremden ein unterstützendes Netzwerk entsteht und niemand mit dem Gefühl nach Hause geht, allein zu sein.“

Erfahrung bei der Umsetzung der Maßnahme

Es bewährt sich, Zielgruppen und Maßnahmen nicht abschließend bei Projektantragsstellung festzulegen, sondern gemeinsam entlang der lokalen Bedarfe, Ressourcen und bestehenden Zugangswegen zu entwickeln. Diese Flexibilität erhöht die Passfähigkeit der Angebote und stärkt die Identifikation der Allianzpartner*innen mit dem Projekt. Die Verantwortlichen in den Teilprojekten betonen jedoch, dass gerade der Aufbau tragfähiger Arbeitsbündnisse Zeit, kontinuierliche persönliche Beziehungspflege und umfangreiche personelle Ressourcen erfordert, um gemeinsame Aktivitäten anzuschieben und zu verstetigen. Was die Zielgruppenerreichung betrifft, bewähren sich Angebote, die an vertrauten und einladenden Orten stattfinden und Formate, die wir als „Sport Plus X“ bezeichnen. Diese binden rund um die Bewegung eine Aktivität an, die nochmal in besonderer Weise Raum für Begegnung und Austausch schafft. Zum Beispiel verbindet der Kreissportbund Bautzen den Nordic Walking Treff in Kooperation mit der Kirchengemeinde mit einem gemeinsamen Frühstück im Mehrgenerationenhaus.

Weiterführende Informationen

Sie möchten sich über „Fit und verbunden gegen Einsamkeit“ informieren? Wenden Sie sich gerne per E-Mail an: five@dosb.de

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.dosb.de/themen/mensch-und-sportverein/breitensport-und-gesundheit/fitundverbunden

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Kompetenznetz Einsamkeit am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. 

info (at) kompetenznetz-einsamkeit.de

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