18. Juni 2026 Caroline Mitschke
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Keinerbleibtallein: Niedrigschwellige Aufklärung und Vermittlung gegen Einsamkeit

Die Bürgerinitiative Keinerbleibtallein ist ein praxisnahes Beispiel für eine Maßnahme zur Prävention und Linderung von Einsamkeit. Sie richtet sich insbesondere an junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters, die sich ungewollt einsam fühlen. Sie verbindet niedrigschwellige Informationsarbeit mit konkreter sozialer Vermittlung. Ziel ist es, soziale Verbundenheit zu fördern, Einsamkeit sichtbar zu machen und Menschen in belastenden Situationen einen ersten Zugang zu Begegnung, Austausch und Teilhabe zu eröffnen.

Projektgenese, -idee und -umsetzung

Keinerbleibtallein ist kein rein digitales Projekt, sondern ein seit Jahren umgesetztes Angebot im deutschsprachigen Raum. Die Initiative informiert in sozialen Medien über Einsamkeit und Alleinsein, teilt Impulse zum Umgang mit belastenden Gefühlen und bietet insbesondere zum Jahresende eine Vermittlung von Gemeinschaft an Weihnachten und Silvester an. Menschen, die Anschluss suchen, und Menschen, die Gemeinschaft anbieten möchten, können unkompliziert über digitale Kanäle per Nachricht Kontakt aufnehmen. So entsteht ein niedrigschwelliges, feiertagsnahes Unterstützungsangebot, das zu einem Zeitpunkt ansetzt, an dem Einsamkeit für viele Betroffene besonders stark spürbar ist. Die Initiative bietet diese Informations- und Vermittlungsarbeit seit 2023 an; die jährliche Vermittlung zu Weihnachten und Silvester mit mehr als 400.000 Teilnehmenden, sogar seit 2017.

Der junge Student der Anschluss in einer neuen Stadt vermisst oder die frisch getrennte mitteljährige Frau, die neue Perspektiven sucht: Keinerbleibtallein versucht mit minimalem Aufwand für alle Beteiligten in vielen Lebensumbruchsituationen Orientierung und individuelle Lösungsansätze zu bieten, um sich der Einsamkeit zu entziehen. Ob mit der Vermittlung zum Jahresende oder neuen Anreizen, Ideen, Erkenntnissen aus der Wissenschaft oder ab und an mit bewusst sozialpolitischen Themen unter dem Jahr. Keinerbleibtallein ist dort wo sich viele Betroffene befinden: In den sozialen Medien.

Bisherige Erfahrungen

Aus Sicht der Prävention und Linderung von Einsamkeit ist dieser Ansatz besonders relevant, weil er Information, Sensibilisierung und konkrete Begegnungsanbahnung miteinander verbindet. Die Maßnahme schafft Sichtbarkeit für ein immer noch tabuisiertes und oft missverstandenes Thema, eröffnet Betroffenen eine niedrigschwellige Ansprache ohne formale Hürden und stärkt die Möglichkeit, aus digitalem Erstkontakt reale soziale Begegnung entstehen zu lassen. Zugleich zeigt das Beispiel, dass Einsamkeit nicht nur einzelne Altersgruppen betrifft, sondern in sehr unterschiedlichen Lebenslagen auftreten kann. Die Initiative spricht damit sowohl ein fachkundiges Publikum, als auch unmittelbar betroffene Menschen oder Angehörige an.Bei den wesentlichen Herausforderungen des Projekts kann die oftmals niedrige Aufmerksamkeitsspanne und die bei der Vermittlung entstehende hohe Erwartungshaltung teilnehmender Personen genannt werden. Zusätzlich ist es der Natur des Themas Einsamkeit geschuldet, dass trotz qualitativ hochwertiger Inhalte im Rahmen des Informationsangebotes die Initiative geringer resoniert. Betroffene in Akut- oder Notfalllagen, werden von dem durch Supervision gestützten Team aus ehrenamtlichen Helfern zur Vermittlungszeit, entsprechend ihrer Situation an entsprechende Stellen verwiesen.

Zivilgesellschaftliches Projekt gegen Einsamkeit

Seit der Gründung wird die Initiative durch Christian Fein, den Gründer, eigenständig finanziert und hauptsächlich als Ehrenamt betrieben. Zusätzlich besteht seit 2025 die Möglichkeit Seminare, Vorträge oder andere individuelle Beratungsangebote für Initiativen, Organisationen und Unternehmen zu buchen, um sich in vielfältiger Form mit der Thematik Einsamkeit auseinandersetzen zu können, um die Unkosten der Initiative niedrig zu halten. Keinerbleibtallein versteht sich dabei als zivilgesellschaftliches Projekt gegen Einsamkeit für ein nachhaltiges gesellschaftliches Miteinander.

Weiterführende Informationen

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Autor:

Christian Fein
Gründer Keinerbleibtallein

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Kompetenznetz Einsamkeit am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. 

info (at) kompetenznetz-einsamkeit.de

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