Gesundheit und Gemeinschaft auf Rezept - Ein Kooperationsprojekt der Landeshauptstadt Hannover
„Gesundheit und Gemeinschaft auf Rezept“ ist ein Kooperationsprojekt zur Prävention und Reduktion von Einsamkeit im Alter. Das Projekt basiert auf dem international etablierten Ansatz des Social Prescribing, der insbesondere in Großbritannien erfolgreich eingesetzt wird. Die Idee dahinter: Gesundheit wird nicht nur somatisch, sondern ganzheitlich gedacht – unter Einbeziehung sozialer und psychischer Faktoren. Im Rahmen eines regulären Ärzt*innenbesuchs stellen Hausärzt*innen sogenannte „soziale Rezepte“ aus und verweisen ältere Patient*innen, die von Einsamkeit bedroht oder betroffen sind, an offene Sprechstunden in ihrem Stadtbezirk. Dort beraten Sozialarbeitende wohnortnah und vermitteln passende Angebote zur Förderung sozialer Teilhabe.
Kooperationspartner*innen:
- Landeshauptstadt Hannover, Kommunaler Seniorenservice (KSH)
- Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen (HAEV)
- Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Hannover
- Verbundnetzwerk Seniorenarbeit und Quartiersallianzen (VSQ)
Entstehung und Ziele des Projektes
Entstehung:
Das Projekt ist aus der Kampagne „Wir sind da – mach mit!“ (November 2024) in Hannover hervorgegangen. Die konkrete Projektidee wurde vom Seniorenbeirat eingebracht und gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen weiterentwickelt. Der Start der Umsetzung erfolgte im September 2025 mit dem Versand von Materialpaketen an rund 300 Ärzt*innen im Stadtgebiet Hannover.
Ausgangslage:
Ausgangspunkt ist eine doppelte Herausforderung: ein stark belastetes Gesundheitssystem mit hohem Zeitdruck in den Praxen sowie gleichzeitig zunehmende Einsamkeit im Alter. Viele Patient*innen haben eine enge Bindung zu ihrer Hausarztpraxis, während hinter gesundheitlichen Beschwerden häufig soziale Belastungen wie Einsamkeit oder Verlusterfahrungen stehen. Hausärzt*innen können hier als vertrauensvolle Türöffner*innen fungieren und Menschen erreichen, die über klassische Wege der Sozialen Arbeit oft nicht erreicht werden.
Ziele des Projektes:
Ziele des Projekts sind die Prävention und Reduktion von Einsamkeit, die Stärkung sozialer Teilhabe durch niedrigschwellige Zugänge, die Förderung psychischer und körperlicher Gesundheit, die Unterstützung eines möglichst langen selbstständigen Lebens sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Hausärzt*innen und Sozialer Arbeit im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses.
Nachhaltigkeit
Das Projekt ist nicht befristet, sondern als dauerhaft angelegte Maßnahme konzipiert. Es knüpft an die bestehenden Strukturen des Kommunalen Seniorenservice Hannover der Landeshauptstadt Hannover an. 13 Sozialarbeitende bieten bereits offene Sprechstunden für ältere Menschen in den Stadtteilen Hannovers an.
Eine weiterführende Evaluation in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist geplant.
Bisherige Erfahrungen
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die hohe Arbeitsbelastung in den Hausarztpraxen eine zentrale Herausforderung darstellt und es teilweise schwierig ist, im Praxisalltag ausreichend Aufmerksamkeit für das Projekt zu gewinnen. Gleichzeitig stößt das Projekt sowohl regional als auch überregional auf großes Interesse. Hausärzt*innen übernehmen eine wichtige Schlüsselfunktion und erste Patient*innen haben über das soziale Rezept den Weg in die dezentralen Sprechstunden gefunden.
Weiterführende Informationen
Das Projekt zeigt: Einsamkeit ist kein unveränderlicher Zustand, sondern etwas, dem wir aktiv begegnen können – im Gespräch, im Stadtteil und durch Gemeinschaft.
Sie möchten sich über „Gesundheit und Gemeinschaft auf Rezept“ informieren? Wenden Sie sich gerne per E-Mail an 57-rezept@hannover-stadt.de.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Verwaltungen-Kommunen/Die-Verwaltung-der-Landeshauptstadt-Hannover/Dezernate-und-Fachbereiche-der-LHH/Soziales-und-Integration/Fachbereich-Senioren/Gesundheit-und-Gemeinschaft-auf-Rezept.
Autorin:
Sabrina Lauenroth
Sachgebietsleitung, Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Senioren – Kommunaler Seniorenservice


