Fachkonferenzen gegen Einsamkeit 2026: Allianz gegen Einsamkeit gegründet
Mit zwei Fachkonferenzen in Berlin hat das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) den Auftakt der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ 2026 gestaltet. Rund um die Themen Prävention, Vernetzung und gesellschaftlicher Zusammenhalt kamen Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Kommunen, Zivilgesellschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit Einsamkeit zu diskutieren.
Ein besonderer Meilenstein war die Gründung der Allianz gegen Einsamkeit im Rahmen der 5. KNE-Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ am 22. Juni 2026. Nach der Begrüßung durch Dr. Irina Volf (Direktorin des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.) wurde die Allianz gegen Einsamkeit durch die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Wulf (BMBFSFJ) offiziell mit 117 Erstunterzeichnenden gegründet. Ergänzt wurde der Auftakt durch ein Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst. Ziel der Allianz ist es, Akteur*innen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft dauerhaft zu vernetzen und gemeinsame Maßnahmen gegen Einsamkeit zu stärken.
Den wissenschaftlichen Impuls der Konferenz setzte Prof. Dr. Maike Luhmann (Ruhr-Universität Bochum) mit ihrem Vortrag „Warum Einsamkeit uns alle betrifft“.
In der anschließenden Diskussion wurden wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Handlungsansätze zusammengeführt. Mitwirkende waren Wendelin Haag (Deutscher Bundesjugendring), Dr. Christian Lieberknecht (GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.) sowie Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden die Diskussion in vier Fachgruppen zu den Themen Gesundheit, Arbeitswelt, Bildung und Demokratie. Im Fokus standen unter anderem die Auswirkungen von Einsamkeit auf die körperliche und psychische Gesundheit, Veränderungen in der Arbeitswelt, Zusammenhänge zwischen Bildungschancen und sozialer Verbundenheit sowie die Bedeutung von Einsamkeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert.
Die zweite Fachkonferenz „Kommunen gegen Einsamkeit“ rückte die kommunale Ebene als zentralen Handlungsraum in den Fokus. Nach einem Grußwort von Staatssekretärin Dr. Petra Bahr (BMBFSFJ) zeigte Mareike Rüweler von der Koordinierungsstelle Begegnung und Zusammenhalt Bielefeld auf, welche Rolle Kommunen bei der Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit spielen können. Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Prof. Dr. Sonia Lippke (HAW Hamburg), Hermann Sandel (Initiative „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ Frankfurt) und Dr. Irene Vorholz (Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände) über kommunale Strategien gegen Einsamkeit.
Im anschließenden Worldcafé standen konkrete Praxisansätze im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die Rolle kommunaler Verwaltungen, zivilgesellschaftlicher Initiativen, lokaler Allianzen und Strategien, sozialer Orte, aufsuchender Angebote sowie neuer Ansätze wie das „Soziale Rezept“. Vertreter*innen aus Städten und Organisationen aus ganz Deutschland stellten erfolgreiche Beispiele vor und tauschten Erfahrungen aus.
Beide Konferenzen haben deutlich gemacht: Die Linderung und Prävention von Einsamkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit der Gründung der Allianz gegen Einsamkeit wurde ein wichtiger Schritt unternommen, um bestehende Aktivitäten zu bündeln, neue Partnerschaften zu schaffen und das Thema langfristig in Politik und Gesellschaft zu verankern.
Zur Allianz gegen Einsamkeit:
Die Allianz gegen Einsamkeit möchte eine breitere gesellschaftliche Sensibilisierung fördern. Ziel ist es, Einsamkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen zu adressieren und Teilhabe zu ermöglichen. Die Mitglieder der Allianz sollen gemeinsam dazu beitragen, die Angebots- und Präventionslandschaft zu verbessern. Darüber hinaus soll die Allianz die fachliche Weiterentwicklung von Ansätzen zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit für unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche fördern. Zudem sollen konkrete Angebote öffentlichkeitswirksam in den Fokus gerückt werden.
Die Allianz gegen Einsamkeit ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., an dem das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) angesiedelt ist, unterstützt das BMBFSFJ bei der Umsetzung der Allianz gegen Einsamkeit.
Video zur Veranstaltung
Die Aufzeichnung zeigt den ersten Teil der 5. KNE-Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ mit der Verkündung der Allianz gegen Einsamkeit, dem wissenschaftlichen Impuls von Prof. Dr. Maike Luhmann und der anschließenden Podiumsdiskussion.
Pressemitteilung
Weitere Informationen zur Gründung der Allianz gegen Einsamkeit und zu den Ergebnissen der Fachkonferenzen finden Sie in der Pressemitteilung.

