BKK-Projekt „Einsamkeit am Arbeitsplatz“
Projektgenese und Projektaufbau
Als Dachverband der Betriebskrankenkassen sind wir immer auf der Suche nach neuen Themen der Prävention und Gesundheitsförderung, die noch nicht oder nicht ausreichend beleuchtet wurden. Unser Ziel ist es, diese Themen fachlich aufzubereiten, um Praktiker*innen in unserem System dabei zu unterstützen, sie in ihre Präventionsarbeit einfließen zu lassen. Anfang 2024 war es das Thema Einsamkeit, das im Bereich Lebenswelten schon vielfach bearbeitet wird, zu dem für die Arbeitswelt aber belastbare Daten und Handlungsideen fehlten. Unser Ziel war und ist es, dieses tabuisierte Thema auch am Arbeitsplatz besprechbar zu machen und Unternehmen für ihre gestalterischen Möglichkeiten bei der Förderung von Zusammenhalt zu sensibilisieren. Denn die gesundheitlichen Auswirkungen von Einsamkeit auf körperlicher und psychischer Ebene bleiben auch für die Unternehmen nicht ohne Folgen.
In unserem Projekt „Einsamkeit am Arbeitsplatz“, das wir seit 2024 mit den Mitteln unserer Mitglieds-BKK umsetzen, haben wir durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS e.V.) eine multi-methodische Studie durchgeführt. In qualitativen Interviews mit Fachkräften aus der betrieblichen Praxis sowie einer quantitativen Sekundäranalyse von Daten des Sozio-oekonomischen Panels wurden Ursachen, Schutzfaktoren und wirksame Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung untersucht.
Transfer in die Praxis
Die Projektergebnisse haben wir in einer praxisnahen Broschüre aufbereitet, die sich an Fachkräfte der betrieblichen Gesundheitsförderung, Führungskräfte in Unternehmen aber auch Mitarbeitende wendet.
Anknüpfend an das Projekt ist Anfang 2026 die BKK-Kampagne „Lass die anderen nicht hängen“ gestartet, die Unternehmen dabei unterstützt, für das Thema zu sensibilisieren und Beschäftigten konkrete Tipps und Impulse zu geben.
In der Veranstaltung BKK Innovativ – Allein im Team? Wie Unternehmen Einsamkeit vorbeugen und Zusammenhalt fördern haben wir erste Projektergebnisse präsentiert und mit spannenden Gästen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven diskutiert,
- wie Einsamkeit als Thema in der Arbeitswelt platziert werden kann,
- wie Unternehmen adressiert werden müssen,
- was wir aus dem zivilgesellschaftlichen Engagement lernen können und vor allem,
- welche Initiativen es bereits gibt, um Fachwissen, Praxiserfahrung und Engagement zu bündeln.
Mit dabei war Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbands, Dr. Herlind Megges vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Sebastian Kießig vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Prof. Dr. med. Mazda Adli, Psychiater und Stressforscher und Judith Finke vom Gesundheitsmanagement der Bertelsmann BKK.
Und so geht´s weiter…
Wir freuen uns über das große Interesse am Thema und die spannenden Gespräche und Kooperationen, die über das Projekt entstehen. Und wir machen weiter: Im zweiten Teil des Projekts werden wir genauer die Perspektive von Führungskräften und Mitarbeitenden auf das Thema Einsamkeit erforschen. Mit diesen Erkenntnissen wollen wir unsere Praxishilfe erweitern.
Autorin:
Helene Schaefer, BKK Dachverband e.V.
Referentin BGF-Koordinierungsstellen (Bund), Prävention
Abteilung Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation
Telefon: 0175 93 23 788
E-Mail: Helene.Schaefer@bkk-dv.de


